Die richtige Depotmischung: Darum solltest du diversifizieren

Die Diversifikation ist eine Technik, die darauf abzielt das Risiko zu reduzieren, indem Investitionen auf verschiedene Finanzinstrumente, Branchen und andere Kategorien aufgeteilt werden. Das Ziel ist es, die Rendite zu maximieren, indem man als Anleger in verschiedene Assets investiert, die unterschiedlich auf das gleiche Marktereignis reagieren.


Unter Experten ist man sich einig, dass die Diversifikation des Portfolios keine Garantie gegen Verluste bietet, jedoch trotzdem die wichtigste Komponente ist, um langfristig seine finanziellen Ziele zu erreichen und gleichzeitig das Risiko zu senken. Daher werde ich in diesem Artikel darauf eingehen, warum dies so ist und wie man eine optimale Diversifikation erreichen kann.

Das solltest du wissen

  • Diversifikation reduziert das Gesamtrisiko, indem man in verschiedene Assetklassen, Regionen und Branchen investiert. Diese sollten möglichst wenig korrelieren.

  • Viele Anleger empfinden diesen Prozess als teuer und schwierig. Außerdem kann ein diversifiziertes Portfolio insgesamt zu geringeren Erträgen führen, da das Risiko gesenkt wird.

Verschiedene Arten von Risiken


Als Anleger bist du zwei Hauptrisiken ausgesetzt. Das erste wird als nicht-diversifizierbar oder auch systematisches Risiko bezeichnet. Dieser Art von Risiko bist du bei jeder Investition ausgesetzt. Die Qualität des Unternehmens spielt dabei keine Rolle. Häufige Ursachen sind Inflationsraten, Wechselkurse, politische Instabilität, Krieg und Zinssätze. Diese Art von Risiko ist nicht spezifisch für ein bestimmtes Unternehmen oder eine bestimmte Branche und kann nicht durch Diversifizierung beseitigt oder reduziert werden - es ist einfach ein Risiko, das Anleger eingehen müssen.


Die zweite Art von Risiko ist diversifizierbar. Dieses Risiko wird auch als unsystematisches Risiko bezeichnet und ist spezifisch für ein Unternehmen, eine Branche, einen Markt, eine Wirtschaft oder ein Land. Es kann durch Diversifikation reduziert werden. Die häufigsten Quellen für unsystematische Risiken sind Geschäftsrisiken und finanzielle Risiken. Ziel ist es daher, in verschiedene Vermögenswerte zu investieren, die nicht alle von den gleichen äußeren Einflüssen betroffen sind.


Warum du diversifizieren solltest


Angenommen du besitzt nur Aktien von Airlines. Wird jetzt beispielsweise bekannt gegeben, dass Piloten auf unbestimmte Zeit streiken und alle Flüge annulliert werden, fallen die Aktienkurse der Airlines die betroffen sind. Somit wird dein Portfolio mächtig an Wert verlieren.


Fügst du deinem Depot jedoch noch ein paar Aktien aus der Eisenbahnindustrie hinzu, kannst du den Schaden begrenzen und die Risiken der Airlines ausgleichen. Tatsächlich besteht eine gute Chance, dass die Aktienkurse der Eisenbahnunternehmen in dem oben genannten Szenario steigen würden, da sie nun eine gute Alternative darstellen.


Doch auch diese Form der Diversifikation ist keines Falls ausreichend, wie du dir bestimmt denken kannst. Nimmt man jetzt beispielsweise eine Pandemie, wie die aktuelle, sind sowohl Flug- als auch Schienenverkehr betroffen. Es ist also eine gewisse Korrelation beider Branchen festzustellen, da beide dem Transportsektor zuzuordnen sind.

Durch die Diversifizierung stellst du sicher, dass nicht alle Eier in einen Korb liegen.

Wie du nun also festgestellt hast, sollte das Depot nicht nur verschiedene Arten von Unternehmen enthalten, sondern eben auch verschiedene Branchen oder auch Regionen abdecken. Auch eine Diversifikation in Anleihen, Rohstoffe, P2P-Kredite und sogar Kryptowährungen können dein Gesamtrisiko senken. Je unkorrelierter deine Aktien sind, desto besser.


Im Allgemeinen bewegen sich die Anleihen- und Aktienmärkte in entgegengesetzte Richtungen. Wenn dein Portfolio also über beide Bereiche diversifiziert ist, werden unangenehme Bewegungen in einem Bereich durch positive Ergebnisse in einem anderen ausgeglichen. Je nach Risikotoleranz kannst du die Gewichtung anpassen.


Und vergiss nicht über die Ländergrenzen hinaus zu streuen. Diversifikation bedeutet auch, dass du nach Investitionsmöglichkeiten suchen solltest, die über deine eigenen geografischen Grenzen hinausgehen. Schließlich weist der europäische Aktienmarkt eine andere Volatilität und auch Rendite auf, als beispielsweise der nordamerikanische oder asiatische Aktienmarkt. Somit gleichen sich auch hier wieder Investitionen aus dem Inland mit denen aus dem Ausland aus.


Probleme mit der Diversifikation


Diversifikation hat zwar viele Vorteile, weist jedoch auch nicht zu vernachlässigende Nachteile auf. Die Verwaltung eines solch vielfältigen Portfolios kann umständlich sein, insbesondere wenn du viele verschiedene Einzelaktien und Assetklassen besitzt. ETFs schaffen dafür Abhilfe. Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, kannst du gerne einmal hier vorbeischauen.


Zweitens kann eine starke Diversifikation zu höheren Kosten führen was dazu führt, dass deine Rendite geringer ausfällt. Je nachdem welche Assets und in welcher Konstellation diese genutzt werden, können die Kosten sehr stark variieren. Auch hier haben ETFs die Nase vorn. Außerdem wird die Rendite nicht nur durch höhere Kosten geschmälert, sondern auch ganz einfach dadurch, dass Rendite durch Risiko entsteht. Hat man nun also kaum Risiko in seinem Depot, wird auch die Rendite darunter leiden.


Auch die Auswahl einzelner, vermeintlich guter Unternehmen kann nach hinten losgehen. Selbst die beste Analyse eines Unternehmens und der Jahresabschluss können nicht garantieren, dass dieses Investment profitabel ist. Eine Diversifizierung verhindert keinen Verlust, kann jedoch die Auswirkungen von Betrug und schlechten Informationen auf dein Portfolio verringern.


Wie viele Aktien sollten man haben?


Natürlich ist es besser fünf Aktien zu besitzen, als nur eine. Doch ab einer bestimmten Anzahl gilt auch hier das Sprichwort: "Weniger ist mehr". Denn ab einem gewissem Grad der Diversifizierung hat das Hinzufügen weiterer Aktien keinen Einfluss mehr auf das Risikomanagement. Wie du dir also vorstellen kannst, gibt es zu diesem Thema eine lebhafte Debatte, wie viele Aktien denn benötigt werden, um das Risiko zu reduzieren und gleichzeitig eine hohe Rendite beizubehalten.


Die konventionellste Ansicht besagt, dass ein Anleger mit nur 15 bis 20 Aktien, die über verschiedene Branchen verteilt sind, eine optimale Diversifikation erreichen kann.


Fazit


Diversifikation kann dir, als Anleger dabei helfen dein Risiko zu managen und die Volatilität deines Portfolios zu senken. Das Risiko eines Totalverlustes kann niemals ganz beseitigt werden, jedoch kann man es mit der richtigen Diversifizierung fast beseitigen.


Das mit einzelnen Aktien verbundene Risiko kannst du reduzieren, jedoch gibt es auch allgemeine Marktrisiken, von denen nahezu jede Aktie betroffen ist. Daher ist es auch wichtig, zwischen verschiedenen Anlageklassen zu diversifizieren. Der Schlüssel ist, ein Maß zwischen Risiko und Rendite zu finden, mit dem du dich persönlich wohl fühlst. Denn nur darum geht es. So kannst du ganz einfach sicherstellen, dass du deine finanziellen Ziele erreichst und gleichzeitig gut schlafen kannst.


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Die genannten Informationen dienen nicht der Steuer-, Investitions- oder Finanzberatung. Die Informationen werden ohne Berücksichtigung der Anlageziele, der Risikotoleranz oder der finanziellen Umstände eines bestimmten Anlegers präsentiert und sind möglicherweise nicht für alle Anleger geeignet. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Hinweis auf zukünftige Ergebnisse.

Risikohinweis: Investieren ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.


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