ETF-Portfolio: So baust du dir ein ETF-Portfolio als Beginner

Aktualisiert: Juli 24

Das Wachstum bei Exchange Traded Funds (ETFs) war nach ihrer Masseneinführung in den frühen 2000er Jahren bemerkenswert und ihre Beliebtheit scheint immer weiter zu steigen. Mit ETFs wurde eine Möglichkeit für Privatanleger geschaffen, in nahezu jede Anlageklasse zu investieren und das ganze zu recht geringen Gebühren. Problematisch ist jedoch der entstandene Dschungel an ETFs, der Anlegern jetzt einen Pool von über 5000 ETFs zur Verfügung stellt. Daher möchte ich dir in diesem Artikel helfen, die Grundlagen von ETFs zu verstehen und dir einen Plan zeigen, mit dem du dein eigenes ETF-Portfolio ganz einfach aufbauen kannst. Nach diesem Artikel verstehst du mehr über ETFs als 90% deiner Mitmenschen.

Was du wissen solltest

  • ETFs sind vielseitige Wertpapiere, die jeweils Zugang zu einer Vielzahl von Aktien oder anderen Anlagen wie einem breiten Index oder einem Teilsektor der Branche bieten.

  • Da ETFs häufig einen Index einer Anlageklasse oder Unterklasse nachbilden, können sie zum Aufbau effizienter und passiv gemanagter Portfolios verwendet werden.

  • ETFs sind relativ günstig und bieten zudem eine höhere Liquidität und Transparenz im Gegensatz zu Investmentfonds.

  • Durch die Auswahl der richtigen ETF-Mischung kannst du ein optimales Portfolio für deine langfristigen Ziele aufbauen.

Vorteile eines ETF-Portfolios


ETFs sind Körbe mit Wertpapieren, ähnlich wie Investmentfonds, jedoch mit zwei wesentlichen Unterschieden. Erstens können ETFs wie Aktien frei gehandelt werden, während Investmentfonds-Transaktionen erst nach Marktschluss stattfinden. Zweitens sind die Kostenquoten tendenziell niedriger als die von Investmentfonds, da viele ETFs passiv verwaltetet werden, die an einen zugrunde liegenden Index oder Marktsektor gebunden sind. Investmentfonds hingegen werden häufiger aktiv verwaltet. Bei aktiv gemanagten Fonds sind die Gebühren wesentlich höher, da der Fondsmanager die Wertpapierauswahl übernimmt und dafür einen hohe Vergütung erhält. ETFs werden von einer Software (kostengünstig) an den jeweils abzubildenden Index angepasst. Da aktiv verwaltete Fonds die Wertentwicklung von Indizes normalerweise nicht übertreffen, sind ETFs wohl eine bessere Alternative zu aktiv verwalteten Investmentfonds mit höheren Kosten. Der Hauptgrund für die Wahl eines ETF gegenüber einer Aktie ist die sofortige Diversifizierung. Möchtest du Beispielsweise einen ETF auf den Finanzsektor kaufen sind in diesem ETF viele verschiedene Unternehmen dieser Branche enthalten, währenddessen du bei einer Einzelaktie nur ein Unternehmen kaufst. Daraus resultiert, dass dein Risiko im Depot gesenkt wird, da du nicht mehr nur von der Entwicklung eines einzelnen Unternehmens abhängig bist, sondern einen ganzen Korb an Unternehmen besitzt.

Somit sinkt nicht nur das Risiko deines Depots, sondern auch die Volatilität (bis zu einem bestimmten Punkt), wenn bestimmte Aktien innerhalb des ETF fallen. Durch die Wahl eines ETF wird das unternehmensspezifische Risiko beseitigt. Um das aber mal klar zu stellen, solltest du definitiv nicht nur Aktien in einer bestimmten Branche investieren, sondern eben möglichst viele verschiedene Branchen abbilden.

Außerdem ermöglichen dir ETFs einen einfachen Einstieg in andere Anlageklassen wi Rohstoffe, Immobilien oder Anleihen.



Die Wahl des richtigen ETF


Bei der Bestimmung, welche ETFs für dein Portfolio am besten geeignet sind, muss eine Reihe von Faktoren berücksichtigt werden.


1 | Schaue dir die Zusammensetzung des ETF an. Welche Aktien sind enthalten und vor allem in welcher Gewichtung. Du musst wissen was du dort kaufst!


2 | Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist natürlich kein Indikator für die zukünftige Entwicklung, sollte jedoch auch mit berücksichtigt werden. Vergleiche daher einige ETFs untereinander. Außerdem solltest du die Gebühren vergleichen und nach Möglichkeit den günstigsten von ihnen auswählen.


3 | Ein weiterer Faktor den du berücksichtigen solltest ist das Fondsvolumen, also die gesamte Geldmenge die in dem ETF steckt. Eine super Seite um einen Überblick über alle Zahlen zu erhalten ist justETF. Je geringer das Fondsvolumen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Fonds aufgelöst wird - was wir natürlich vermeiden wollen. Auch sollte das tägliche Handelsvolumen berücksichtigt werden, denn je geringer das tägliche Handelsvolumen, desto schwieriger könnte es für dich werden, den ETF wider zu verkaufen.



Die Schritte um ein ETF-Portfolio aufzubauen


Wenn du überlegst, ein Portfolio mit ETFs aufzubauen, findest du hier einige einfache Richtlinien:


1 | Lege deine Asset-Allocation fest


  • Setze dir ein Ziel für dein Portfolio (Ruhestand, Kapitalsicherung oder ein passives monatliches Nebeneinkommen)

  • Lege deine Rendite- und Risikoerwartungen und den Zeithorizont fest

  • Je länger dein Zeithorizont, desto höhere Risken kannst du eingehen

  • Überlege dir wie dein Portfolio in deine Gesamtanlagestrategie passt

Mehr als 90% der Rendite lässt sich auf die Allokation und nicht auf die Auswahl bestimmter Wertpapiere sowie das Timing zurückführen. Versuche unter keinen Umständen den Markt zeitlich zu bestimmen, auch wenn du denkst, dass der Markt jetzt schon um 60% gefallen ist und er daher eigentlich gar nicht mehr weiter fallen kann. Das ist schlichtweg falsch, denn der Markt hat kein Gewissen und ihm ist es egal ob er schon 60 oder 70% gefallen ist, er kann nochmal weitere 40 oder 30% fallen.


Sobald du die richtige Aufteilung deiner Asset-Klassen festgelegt hast, kannst du sie sofort umsetzen. Deine ETF-Allokation kannst du übrigens auch auf justETF zusammenstellen.


2 | Setze deine Strategie um


Das Schöne an ETFs ist, dass du für jede einzelne Branche oder Region in die du investieren möchtest, einen passenden ETF auswählen kannst. Somit hast du die Möglichkeit richtiges Feintuning zu betreiben. Meine Taktik bleibt jedoch wie in jedem anderen Bereich auch, 80/20. 20% des Einsatzes sorgen für 80% der Rendite. Möchtest du jedoch mit den restlichen 80% die extra 20% an Rendite herausholen, kannst du auch das gerne machen.


Um deinen Kaufaufträge auszuführen kann ich dir einen monatlichen ETF-Sparplan empfehlen, indem alle deine Wertpapiere enthalten sind, die du kaufen möchtest. Somit musst du dir keine Sorgen um das Market Timing machen und kannst nebenbei auch noch vom Dollar-Cost-Averaging profitieren. Da sich die Aktien- und ETF-Kurse wie bekanntlich bewegen, bekommst du je nach Marktlage mehr oder weniger Anteile für dein Geld. Kaufts du nun regelmäßig mit der gleichen Summe neue Anteile, bildest sich ein schöner Durchschnittskaufpreis, der sich Dollar-Cost-Average nennt.


3 | Überwachen und neu bewerten


Auch bei der Geldanlage ist weniger mehr. Hier geht es jedoch nicht um die Anlagesumme, denn auch dort gilt das Sprichwort "viel hilft viel", sondern es geht darum, wie oft man in sein Depot schauen sollte. Hast du nämlich einmal deine Sparpläne aufgesetzt, musst du in deinem Depot nicht mehr viel machen. Ich würde dir empfehlen jährlich ein "Rebalancing" durchzuführen, also deine ursprüngliche Asset-Allocation wiederherzustellen. Das machst du indem du einen Teil der Aktien verkaufst, die besser performt haben und dieses Geld dann in die weniger guten Anlagen investierst. Somit bleibt deine Aufteilung der Anlagenklassen auf einem guten Level.



Aufbau eines ETF-Only Portfolio


Wenn du dir ein Depot bauen möchtest, dass ausschließlich aus ETFs besteht, musst du sicherstellen, dass es mehrere Anlageklassen enthält, um eine ordentliche Diversifizierung zu erreichen.


1 | Branchen-ETFs konzentrieren sich auf bestimmte Bereiche wie das Gesundheitswesen oder die Finanzbranche. Wählst du diese Strategie, solltest du Branchen auswählen die möglichst wenig korrelieren. Zum Beispiel wäre die Wahl eines Biotech-ETF und eines Medizinprodukte-ETF keine echte Diversifikation. Die Entscheidung darüber, welche Sektor-ETFs einbezogen werden sollen, sollte auf Fundamentaldaten (Bewertung der Sektoren), technischen Daten und den wirtschaftlichen Aussichten beruhen.


2 | Internationale ETFs bilden alle Regionen von Schwellenländern bis hin zu Industrieländern ab. Internationale ETFs können einen Index abbilden, der in ein einzelnes Land, z. B. China, oder eine ganze Region, z. B. Lateinamerika, investiert. Ähnlich wie bei Branchen-ETFs sollte die Auswahl auf fundamentalen und technischen Grundlagen beruhen. Auch hier solltest du dir die enthaltenen Aktien anschauen und deren Gewichtung überprüfen.


3 | Rohstoff-ETFs stellen einen wichtigen Teil des Depots eines jeden Anlegers dar. Alle Rohstoffe von Gold über Silber bis hin zu Baumwolle oder Mais können mithilfe von ETFs oder deren Verwandten, ETNs (Exchange-Traded Notes) abgebildet werden. Investoren die ihre Fähigkeiten auf dem Rohstoffmarkt als besonders gut einschätzen, können auch die Entwicklung einzelner Rohstoffe wie Gold nachverfolgen. Dabei sollte man die Volatilität nicht unterschätzen, weshalb für Anleger breit diversifiziertere ETF eher zu empfehlen sind. Dabei sollte die Rohstoff-Abteilung in deinem Depot nicht mehr als 5, höchstens 7,5% ausmachen.


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Die genannten Informationen dienen nicht der Steuer-, Investitions- oder Finanzberatung. Die Informationen werden ohne Berücksichtigung der Anlageziele, der Risikotoleranz oder der finanziellen Umstände eines bestimmten Anlegers präsentiert und sind möglicherweise nicht für alle Anleger geeignet. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Hinweis auf zukünftige Ergebnisse. Risikohinweis: Investieren ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

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