Wie verhält sich der Börsencrash von 2020 im Vergleich zu anderen Crashs?

Aktualisiert: Apr 9

Der Börsencrash von 2020 begann am Montag, dem 9. März, mit dem bis dahin größten Einbruch der Geschichte für den Dow Jones Industrial Average (DJIA). Am 12. und 16. März folgten zwei weitere Rekordtiefs. Der aktuelle Börsencrash ist für die drei stärksten Kursverluste in der gesamten US-Börsengeschichte verantwortlich.


Der Rückgang wurde durch ungezügelte globale Befürchtungen hinsichtlich der Ausbreitung des Coronavirus, Ölpreissenkungen und einer drohender Rezession verursacht. Nur zwei andere Daten in der US-Geschichte hatten beunruhigendere prozentuale Ein-Tages-Rückgänge. Es waren der Schwarze Montag am 19. Oktober 1987 mit einem Rückgang von 22,6% und der 12. Dezember 1914 mit einem Rückgang von 23,52%.

Obwohl dieser dramatische Marktcrash im Jahr 2020 noch in aller Munde ist, schauen wir uns genauer an, was passiert ist und warum. Dadurch können wir Vermutungen anstellen, was als nächstes in der Wirtschaft passieren könnte.


Fall vom Rekordhoch


Der Börsencrash 2020 begann am Montag, dem 9. März. Der Dow fiel an diesem Tag um 2.013,76 Punkte auf 23.851,02. Es war ein Kursverlust von 7,79%. Was einige als Black Monday 2020 bezeichneten, war zu dieser Zeit der schlimmste Ein-Tages-Punkte-Rückgang des Dow in der US-Bösengeschichte.


Am 12. März 2020 fiel der Dow um einen Rekordwert von 2.352,60 Punkten und schloss bei 21.200,62. Es war ein Rückgang um 9,99%, an einem einzigen Tag. Es war der sechstschlechteste Tag in der Geschichte.


Am 16. März erreichte der Dow einen neuen Rekord. Der Index verlor 2.997,10 Punkte und schloss bei 20.188,52. Der Punktesturz an diesem Tag und der freie Fall von 12,93% übertrafen den ursprünglichen Black Monday-Kursrutsch vom Oktober 1929 (-12,8%).

Vor dem Crash 2020 hatte der Dow am 12. Februar gerade sein Rekordhoch von 29.551,42 erreicht. Von diesem Höchststand bis zum Tief vom 9. März verlor der DJIA 5.700,40 Punkte oder 19,3%. Der Rückgang um 20%, der den Beginn eines Bärenmarktes signalisiert hätte, konnte somit knapp abgewendet werden.


Am 11. März schloss der Dow bei 23.553,22, was einem Rückgang von 20,3% gegenüber dem Hoch vom 12. Februar entspricht. Damit wurde ein Bärenmarkt eingeleitet und der 11-jährige Bullenmarkt beendet, der im März 2009 begann. 


Die folgende Grafik zeigt die 10 größten Ein-Tages-Verluste in der DJIA-Geschichte.



Vergleiche mit früheren schwarzen Montagen

Vor dem 16. März gab es nur einen schlechteren Schwarzen Montag. Am 19. Oktober 1987 fiel der Dow um 22,6%. An diesem Tag verlor der Index 508 Punkte und schloss bei 1.738,74. Am schwarzen Montag, dem 28. Oktober 1929, fiel er im Durchschnitt um 12,8%. Der Dow verlor 38,33 Punkte und schloss bei 260,64. Dieser Kurssturz war Teil der viertägigen Verlustserie des Börsencrashs von 1929, der schließlich die Weltwirtschaftskrise auslöste.


Ursachen des Absturzes 2020

Der Absturz im Jahr 2020 ereignete sich, weil viele Anleger über die Auswirkungen der COVID-19-Coronavirus-Pandemie besorgt waren. Die Sterblichkeitsrate von COVID-19 ist zwar geringer als die von SARS im Jahr 2003, jedoch verläuft die Verbreitung wesentlich schneller.. Am 11. März erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Krankheit zur Pandemie. Die Organisation war besorgt, dass die Regierungschefs nicht genug unternahmen, um das schnell ausbreitende Virus zu stoppen.


Die Spannungen die den Markt schließlich zum Absturz brachten, hatten sich zuvor schon aufgebaut, darunter auch der Handelskrieg zwischen den USA und China.


Auswirkungen

Oft führt ein Börsencrash über einen längeren Zeitraum zu einer Rezession. Die Wahrscheinlichkeit einer solchen Entwicklung erhöht sich, wenn eine Pandemie mit einer inversen Zinsstruktur kombiniert wird.

Hinweis: Eine inverse Zinsstrukturkurve ist eine abnormale Situation, in der die Rendite einer kurzfristigen Schatzanweisung höher ist als die einer 10-jährige Schatzanweisung. Dies tritt nur auf, wenn das kurzfristige Risiko größer ist als in ferner Zukunft.

Dieses Marktsignal der Anleger zeigt, dass sie über die Auswirkungen des Coronavirus im nächsten Monat so besorgt waren, dass sie eine höhere Rendite für die einmonatige Anlage haben möchten als für die 10-Jahres-Anlage. Da heißt also, dass sie aufgrund des erhöhten Risikos in der aktuellen Lage, auch eine entsprechend höhere Rendite bekommen möchten.

Hinweis: Inverse Zinskurven sagen häufig eine Rezession voraus. Die Kurven kehrten sich vor den Rezessionen von 2008, 2001, 1991 und 1981 um.

Darüber hinaus lagen die Anleiherenditen auf breiter Front auf einem historisch niedrigen Niveau. Investoren, die beim Crash Aktien verkauften, kauften Anleihen. Die Nachfrage nach Anleihen war so hoch, dass die Renditen auf ein Rekordtief sanken. Grund dafür ist natürlich das Prinzip von Angebot und Nachfrage, das die Renditen und Preise von Anleihen bestimmt-


Wie es dich beeinflusst

Wenn du Rücklagen für die Altersvorsorge oder andere an der Börse investierte Fonds oder generell Aktien besitzt, hat der Crash garantiert den Wert deiner Bestände gesenkt. Wenn so etwas passiert, geraten viele Menschen in Panik und verkaufen ihre Aktien, um nicht noch mehr zu verlieren. Das Risiko bei dieser Strategie besteht jedoch darin, dass es schwierig ist zu wissen, wann man wieder in den Markt einsteigen und wieder kaufen sollte. Infolgedessen könntest du langfristig mehr verlieren, wenn du bei kurzfristigen Marktgewinnen nicht dabei bist. Im Durchschnitt dauern Bärenmärkte 22 Monate. Was heißt das also für dich? Nicht panisch werden und verkaufen. Stattdessen solltest du es wie Warren Buffett machen und Buy & Hold betreiben, also deine aktuellen Bestände halten und eventuelle Zukäufe tätigen.

Die starke Nachfrage nach US-Staatsanleihen senkte ihre Renditen. Die Zinssätze für alle langfristigen festverzinslichen Kredite folgen der Rendite der 10-jährigen Schatzanweisungen. Infolgedessen sollten auch die Zinssätze für Auto-, Schul- und Wohnungsbaudarlehen auf ein Rekordtief fallen.


Kommt die Rezession als nächstes?

Die schlechte Nachricht ist, dass die Kombination aus einem Börsencrash und einer inversen Zinsstrukturkurve eine drohende Rezession signalisieren kann. Eine Pandemie verlangsamt häufig das Wirtschaftswachstum, da viele Unternehmen bankrott gehen oder in wirtschaftliche Schwierigkeiten kommen. Dies hängt auch damit zusammen, dass die Menschen nicht raus gehen wollen oder eine Ausgangssperre verhängt wird, was einen Einbruch des Konsums zur Folge hat. Natürlich sind das nicht alle Faktoren, doch die Vergangenheit hat gezeigt, dass schon weniger schlimme Crashs, eine Rezession verursacht haben.


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Die genannten Informationen dienen nicht der Steuer-, Investitions- oder Finanzberatung. Die Informationen werden ohne Berücksichtigung der Anlageziele, der Risikotoleranz oder der finanziellen Umstände eines bestimmten Anlegers präsentiert und sind möglicherweise nicht für alle Anleger geeignet. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Hinweis auf zukünftige Ergebnisse.

Risikohinweis: Investieren ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

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